Aus der Selbsthilfegruppe

Es ging um Anfängerprobleme:

  • im Schlaflabor habe ich gut geschlafen, zu Hause ging es gar nicht

  • mein Schlafrhythmus passte nicht zu dem im Schlaflabor, darum habe ich nur kurz geschlafen

  • unter der Maske bekomme ich Panik

  • ich habe das Gerät ein paar Mal benutzt, jetzt steht es im Schrank

  • technische Fragen

Erholsamer Schlaf hat sehr viel mit der Psyche zu tun. Ist die Psyche ruhig und ausgeglichen, klappt es mit dem Schlaf auch besser. Darum ist die sogenannte Schlafhygiene sehr wichtig. Um diesen Teil des guten Schlafs zu fördern, ist oft ein radikales Umdenken erforderlich - wir müssen wieder völlig neu lernen, gut zu schlafen.

Wenn ich im Schlaflabor nicht richtig schlafen konnte, weil die Rhythmen nicht übereinstimmen, macht das nicht viel aus. Die für Schlafstörungen wichtigen Daten treten in der ersten Hälfte der Schlafdauer auf. Hier stellt man fest, ob der REM- Schlaf (REM Rapid Eye Movement, Traumphase, in der die Augen sich schnell bewegen) zum Beispiel vor der Tiefschlafphase einsetzt. Das kann ein Hinweis auf Narkolepsie sein. Hier sieht man auch, ob die Tiefschlafphase tief genug ist, oder möglicherweise gar nicht erreicht wird. Niemand muss sich also Sorgen machen, weil die Schlafdauer im Schlaflabor gefühlt nicht ausreichend war - sie war ausreichend. Sollten einmal, trotz allem, nicht genügend Daten vorliegen, um eine exakte Beurteilung der Schlafereignisse vorzunehmen, wird der Patient gebeten, eine weitere Nacht dort zu schlafen.

In den ersten Nächten nach der Anpassung des Atemtherapiegeräts haben viele Patienten das Gefühl noch schlechter zu schlafen als bisher. Das kann an der neuen Situation liegen: man ist an den Luftschlauch gefesselt, das Gerät macht Geräusche, auch wenn sie heute viel leiser sind, als in den Anfängen. Manche bekommen auch Angst: was ist, wenn das Gerät ausfällt, und so fort.

Darum muss man sich keine Sorgen machen, selbst wenn das Gerät ausfällt - entweder man wird wach, oder aber man atmet einfach weiter, wie früher ohne Gerät, denn die kleinen Siebe in der Maske sind so berechnet, daß man immer noch genug Luft bekommt, um nicht zu ersticken.

Um der Irritation durch das neue Schlafgefühl durch die Atemmaske entgegenzuwirken, rate ich Anfängern: setzen sie sich tagsüber mit einem Buch, Strickzeug, dem Fernseher - was immer sie beschäftigt, ohne aufzuregen, irgendwo gemütlich hin und setzen sie die Maske auf und schalten das Gerät ein. Ein, zwei Stunden täglich reichen aus, damit der Körper sich an dieses Gefühl gewöhnt und es in der Nacht nicht mehr als fremd und störend wahr nimmt. Im wachen Zustand können sie dann auch ein wenig mit der Atmung "spielen" und sehen, wie das Gerät darauf reagiert. Das beugt nächtlicher Panik vor, weil sie im wachen Zustand, erleben konnten, daß das Gerät am Ende macht, was sie wollen.

Die schlechteste Methode, mit Ängsten oder Irritationen umzugehen ist es, das Gerät einfach weg zu stellen und weiter mit Apnoen zu schlafen. Das tut der Gesundheit nicht gut und gibt auch Ärger mit der Kasse/ Versicherung.

Zu einer wirksamen Therapie - und damit erholsamem Schlaf zu finden, bedeutet vor allem im Anfang: üben, üben, üben. Nur wer am Ball bleibt und sein Gerät Nacht für Nacht nutzt, wird durch den Erfolg erholsameren Schlafes belohnt. Erfolg kann man nicht innerhalb von einigen Tagen erwarten, das ist ein Prozess, der seine Zeit braucht.

Der Behandlungsdruck war ein Thema: wie reagiert die Lunge (besser gesagt das Zwerchfell) auf den Überdruck, erschlaffen nicht die Muskeln? Nein, keine Sorge, wer täglich nur einige Stunden mit der Überdrucktherapie schläft, leiert sein Zwerchfell nicht aus. Das hat zwei Drittel des Tages noch genug zu tun, um in der Übung zu bleiben. Ich nutze die Überdrucktherapie seit 15 Jahren und habe noch keinerlei Muskelerschaffungen feststellen können.

Ihnen allen einen erholsamen Schlaf!