Weiter geht es mit dem Rundgang auf der Medica: was gibt es Neues im Bereich Schlafmedizin?

 

Fisher& Paykel zeigt weiterhin seine „offene“ nasale Überdruckbeatmungstechnik für Schlafapnoiker. Die Technik ist nicht neu: es gibt Masken ähnlich der üblichen Sauerstoffmaske, also ein offenes System, welches mit deutlich höherem Druck als bei geschlossenen Systemen, wie sie die Mitbewerber verwenden, arbeiten muss. Auf der Hand liegender Nachteil: die Nasenschleimhaut trocknet erheblich schneller aus.

 

Daneben bieten sie u.a. Geräte von ResMed, Phillips, etc. an. Auch das Maskenangebot ist breit über verschiedene Hersteller gestreut. Alles in Allem: nicht viel Neues zu sehen.

 

Ein weiterer größerer Hersteller und Lieferant von Geräten zur Schlafapnoebehandlung zeigt ein Gerät, dessen Atemluftbefeuchter die Feuchtigkeit pulsiert, das heißt immer nur in der Einatmungsphase, abgibt: DeVilbiss Blue. Damit will man der Kondenswasserbildung im Luftschlauch einen Riegel vorschieben.

 

Die diesjährige Medica& Compamed steht ja unter dem Motto „Digitalisierung in der Medizin“, daher ist es nicht verwunderlich, daß inzwischen alle Anbieter von Therapiegeräten zur SAS- Behandlung dem Beispiel von ResMed gefolgt sind und alle Messdaten der Patienten erfassen, speichern und falls vom Patienten gewünscht, verschlüsselt an eine autorisierte Stelle: Schlaflabor/ Zentraldatei beim Hersteller, senden.

 

So kann zum Beispiel. vom Schlaflabor aus, der Schlaf des Patienten überwacht werden und wenn notwendig, das Gerät besser auf die Bedürfnisse des Patienten justiert werden.

 

Gleichzeitig kann auch der Patient mit USB- Kabel oder Umstecken einer Speicherkarte in den eigenen PC, seine Daten auslesen und ist so immer über den Verlauf seiner Therapie unterrichtet. Wem dies zu aufwendig ist, kann sich auch in die Datei beim Hersteller einloggen und bekommt seine Daten von dort anschaulich aufbereitet, direkt auf den Bildschirm geliefert.

 

Selbstverständlich werden die Daten verschlüsselt gesendet und sind weitgehend anonymisiert. Nur das Schlaflabor und der Patient (identifiziert mit seinem Passwort) wissen, wessen Daten sie vor sich sehen.

 

Löwenstein medical, früher Heinen& Löwenstein, sind wie immer breit aufgestellt, so bieten sie nicht nur eigene Produkte an, sondern liefern auch Geräte und Masken namhafter Mitbewerber.

 

Die neue Maskenlinie „Cara“ kleiner, leichter und einfach anzulegen folgt dem Trend, hin zu besserer Compliance. Man will es dem Patienten leichter machen, „bei der Stange zu bleiben“ und damit den Behandlungserfolg auch langfristig sichern. Denn was nutzt ein Gerät, das wegen komplizierter Bedienbarkeit oder schlechtem Maskensitz im Schrank steht.

 

Erlauben Sie, hier noch einmal auf die Gefahren der unbehandelten Schlafpnoe hinzuweisen:

  • Sekundenschlaf (Unfälle im Straßenverkehr, bei der Bedienung von Maschinen)

  • Herzinfarktrisiko

  • Schlaganfallrisiko

  • auf lange Sicht: Risiko des Nachlassens der Gedächtnisleistung, usw.

 

Darum geben sich alle Hersteller von Geräten zur Therapie der Schlafapnoe große Mühe, es dem Patienten einfach zu machen, die Geräte und Masken auch wirklich jeden Tag zu nutzen.

 

Es liegt im Interesse des Patienten, dieses Angebot anzunehmen, aber auch im Interesse seiner Angehörigen und des Umfeldes. Ein Unfall durch Sekundenschlaf, der unter Umständen Menschenleben kostet, ist oft vermeidbar. Aber auch Leiden durch Herzinfarkte, Schlaganfall, verfrühten Tod, lässt sich durch konsequente Therapie vermeiden.